Katastrophenschutzübung mit Amateurfunkunterstützung
im Landkreis Mayen Koblenz

Ein großflächiger Stromausfall, ein verheerendes Zugunglück, ein gefährlicher Chemieunfall und eine vollbesetzte manövrier-unfähige Fähre auf der Mosel – die Rettungskräfte einer ganzen Region im Großeinsatz. Das war das Szenario für eine zweitägige, spektakuläre Katastrophenschutzübung im Land-kreis Mayen-Koblenz. Mehrere hundert Einsatzkräfte des THW, der Feuerwehren, dem DRK, der Polizei, der Bundespolizei und der Kreisverwaltung im Großraum Koblenz waren im Einsatz. Die extra für diesen Zweck gebildete DARC-Notfunk-Gruppe Mayen-Koblenz, bestehend aus Funkamateuren des Ortsverbandes Mittelrhein (K32) und den umliegenden Ortsverbänden aus Koblenz, Vallendar, Mayen und Neuwied, war dabei und mittendrin.

Die Notfunkgruppe Mayen-Koblenz unter Leitung von Marcel Cziba, DK7UP, und Arno Herz, DL1PBC, Vorsitzender des Ortsverbandes Mittelrhein (K32), hatte bei dieser Übung das Ziel, die Kommunikationsmöglichkeiten im Rahmen des DARC Notfunk zu testen. Bei dieser Großübung mussten verschiedene Kommando- und Leitzentralen sowie stationäre und mobile Leitstellen der beteiligten Katastrophenschutzkräfte mit Amateurfunkstationen besetzt werden. Ferner musste eine Amateurfunk-Relaisstelle für die Funkverbindung ins tiefer gelegene Moseltal aufgebaut werden, da eine Direktverbindung zur Übungsleitung in Koblenz aufgrund der Geländegegebenheiten nicht möglich war. Der Sprechfunkbetrieb wurde auf UKW 145,550 MHz in der Betriebsart FM durchgeführt, unterstützt durch APRS zur grafischen Darstellung der Einsatzorte und zur Textübermittlung von der Übungsleitung zur Einsatzstelle. Alle Amateurfunkstationen waren mit zwei, teilweise mit drei OM‘s besetzt, da es erforderlich war, sich dem Schichtdienst der Katastrophenschutzkräfte anzugleichen.

Alle beteiligten Funkamateure zeigten ein herausragendes Engagement, galt es doch, den BOS zu zeigen, dass auch der Amateurfunk, im besten Sinne des Amateurfunkgesetzes, seinen Beitrag zum Katastrophenschutz leisten kann. Hautnah konnten die einzelnen Einsatzszenarien und Lagemeldungen am Funkgerät mit verfolgt werden. Schließlich wurden alle Übungslagen erfolgreich bewältigt und nach Auswertung der Übung konnte festgestellt werden, dass durch den Amateurfunk 132 Meldungen in Sprechfunk und 119 Textmeldungen in APRS zwischen der Übungsleitung und den verschiedenen Einsatzstellen gesendet wurden.

Die Integration des Amateurfunkdienstes und die vorzügliche Aufgabenbewältigung der Notfunk-Gruppe erregte großes Interesse bei den beteiligten Behörden und Organiastionen (BOS) für weitere Einsätze mit Amateurfunkunterstützung in den Führungsstäben. Der BOS-Funkdienst konnte damit erheblich entlastet werden.


DARC Ortsverband Mittelrhein K32
Ralf-Dieter Schlüsener, DM5RS